Vegan für den Tierschutz

Für eine vegane Ernährung gibt es viele Argumente. Das offensichtlichste darunter lautet wohl: Vegan für den Tierschutz! Denn eines muss jedem Konsumenten klar sein: Durch die gestiegene Nachfrage nach preisgünstigen tierischen Lebensmitteln (Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte) ist es unmöglich geworden, dass der kleine Bauer vom Dorf nebenan alle für den deutschen Konsum benötigten Nahrungsmittel alleine erzeugt. Um die hohe Nachfrage dennoch zu befriedigen, produziert die Industrie tierische Produkte mit maximaler Leistung in kürzester Zeit.

Die Frage, welche sich eigentlich jeder Verbraucher stellen muss ist entsprechend: Was bedeutet diese Massenproduktion für die Tiere? Im Nachfolgenden möchten wir euch daher ein paar Aspekte der Massentierhaltung und Ihrer Auswirkungen auf das Wohl, oder besser Leid der Tiere aufzeigen. Wir greifen dabei lange nicht alle Grausamkeiten auf. Zum einen, weil diese so vielfältig sind, dass sie einen einzigen Artikel zu lange werden lassen würden. Und zum anderen, weil es uns selbst schmerzt, darüber schreiben zu müssen. Wir Teilen den Artikel dabei in die Abschnitte: Fleisch, Fisch, Eier und Milch. Um den Artikel nicht zu sprengen, lassen wir die Konsumgüter Leder, Seide, Pelz etc. außen vor und führen bei weitem nicht alle quälenden Fakten auf.

 

Fleisch


Laut des Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie e.V. wurden in Deutschland im Jahr 2015 pro Person 37,5kg Schweinefleisch, 11,8kg Geflügel und 9,3kg Kalb und Rindfleisch konsumiert. Obwohl es immer wieder zu verschiedenen Skandalen rund um die Fleischproduktion kommt, haben die Deutschen im Jahr 2015 insgesamt rund  4.908.860t Fleisch gegessen (BVDF o.J.). Fleisch und Fleischprodukte machen in der Ernährungsindustrie 2015 den größten Umsatzanteil aus (BVDF 2017).

Um diese Fleischnachfrage befriedigen zu können züchtet die Industrie Tiere, die in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Gewinn (Fleisch) abwerfen. Ein Beispiel dafür sind die Masthühner. Diese wachsen durch ihre spezielle Zucht so rasant, dass ihre Beine das eigene Gewicht nicht mehr halten können und brechen, was sie zum liegen, häufig bis an ihr Lebensende zwingt. Die Hühner erreichen bereits  nach 42 Tagen das gewünschte Gewicht für die Schlachtung. Zum Vergleich leben Hühner ohne diese Manipulation bis zu 15 Jahre.

Ähnlich verhält es sich auch in der Zucht von Schweinen, Rindern etc. (Vegane Gesellschaft Schweiz o.J.). Der Weg, den die Tiere bis zum Schlachthof zurücklegen müssen und die schrecklichen Bedingungen während der Schlachtung selbst sind dabei weitere Grausamkeiten. Ich selbst habe bereits einen Schlachthof besuchen müssen und kann seitdem nicht mehr an einer Weide mit Kühen vorbeigehen, ohne diese schrecklichen Bilder im Kopf zu haben. Ich möchte euch an dieser Stelle Details ersparen.

 

Fische und andere Meerestiere


Habt ihr auch schon gesagt bekommen: ,,Ach, du isst auch kein Fisch? Fisch ist doch keine Fleisch und Fische empfinden nicht einmal schmerz“? Wie kommen Menschen auf diese Vermutung? Wahrscheinlich, weil Fische und Meerestiere ihren Schmerz nicht durch ihre Mimik oder bestimmte Laute Ausdruck verleihen können. In der Wissenschaft wird immer wieder darüber Diskutiert, ob Fische Schmerzen empfinden können. Werden Hummer und Garnelen bei lebendigem Leib in kochendes Wasser geworfen, können deren Schrei laut Dahlke hörbar gemacht werden (Dahlke 2012). Gehen wir einfach mal davon aus, dass sie genau wie wir Schmerz fühlen. Dann sind die folgenden Tatsachen über die Fischzucht und den -fang noch ergreifender und grausamer.

Aquakulturen

Fische werden ebenso wie Landtiere in der Fleischindustrie auf kleinstem Raum möglichst rasant hoch gemästet. Betrachten wir diese Bedeutung mal am Beispiel der Lachse. Lachse sind in freier Wildbahn Einzelgänger, welche in eine enorme Stresssituation versetzt werden, wenn sie mit anderen Lachsen auf engstem Raum zusammenleben müssen. Das wiederum verursacht eine extreme Krankheitsanfälligkeit der Fische. Zuchtfischereien wirken hier entgegen, indem sie das Futter mit Antibiotika anreichern und damit natürlich auch das Fleisch der Fische (Dahlke 2012). Und wie verhält es sich nun mit Fischen aus Wildfang?

Fischfang mit dem Schleppnetz

Um die länge des Artikel in Grenzen zu halten, gehen wir im Folgenden nur auf die Fangmethode mit Schleppnetzen ein. Dabei werden Fische aus der Tiefe des Meeres so rasant nach oben befördert, dass den Fischen aufgrund der enormen Druckunterschiede die Augen aus den Augenhöhlen quellen und ihre Schwimmblasen zerreißen . Kleinere Fische werden bei dieser Fangmethode durch die anderen zu Tode gequetscht und auf die, die das alles überleben wartet der grausame Erstickungstod. An der Luft ersticken die Fische in der Art wie wir es unter Wasser tun würden (Dahlke 2012).

Das Tierschutzgesetz und die Tierschutzschlachtverordnung besagen zwar, dass Tiere (dazu zählen natürlich auch Fische) vor dem Schlachten bzw. dem Töten betäub werden müssen. Allerdings ist die Menge der gefangenen Fische bei der Schleppnetzmethode so groß, dass der Aufwand, die Fische zunächst zu betäuben einfach zu großer wäre (Tierschutzbund E.V. o.J.). Daher warten die Fische an Bord auf den Tod durch ersticken oder zerquetschen.

 

Herstellung von Milch


Fast alle Supermärkte bieten mittlerweile laktosefreie Milch an. Der Grund dafür ist, dass die meisten Menschen als Erwachsene keine Milch vertragen und das als unnormal ansehen. Aber das ist nicht unnormal, weil wir keine Kälber sind! Der Großteil der Bevölkerung ist sich nicht einmal im klaren, welche Auswirkung der Milchkonsum auf die Gesundheit und das wohl der Tiere hat. Eine Kuh gibt nicht fröhlich das ganze Jahr über Milch, um alle Lebewesen, die diese mögen damit zu versorgen. Die Kuh gibt aus demselben Grund Milch wie wir Menschen auch, nämlich um ihre Säuglinge/Kälber zu nähren.

Eine Kuh Laktiert nur dann, wenn sie ein Kälbchen hat. Damit diese Kuh genügend Profit gibt, werden sie jährlich künstlich besamt und können somit weiter gemolken werden. Die Kälbchen werden der Kuh kurz nach der Geburt weggenommen. Der Grund liegt darin, dass die Milch für uns Menschen verwendet wird und nicht für die Kälber. Da die Mutter-Kind-Bindung bei Kühen und Kälbern sehr ausgeprägt ist, schreien die Kälbchen nach ihren Müttern und auch die Mutterkuh sucht noch lange nach ihrem Kalb. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, was mit den massenhaft „produziert“ Kälbern passiert. Je nach Geschlecht werden sie wie ihre Mütter zu Milchkühen aufgezogen oder für die Fleischproduktion „verwendet“ (Dahlke 2012).

 

Herstellung von Eiern


Da Eier schon lange nicht mehr nur Sonntags als Frühstücksei oder für den Geburtstagskuchen konsumiert werden, sondern die Industrie diese auch als Eipulver in Teigwaren, in vegetarischen Aufschnitten etc. nutzt, ist die Nachfrage nach Eiern ebenfalls stark angestiegen. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) erreicht der Eierverbrauch mit 3,6 Milliarden Eiern pro Jahr in Deutschland ein neues Rekordniveau. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist im vergleich zu 2015 um 3 Eier gestiegen und liegt jetzt bei 235 Eiern pro Kopf pro Jahr (BLE 2017). Um diesen Bedarf zu decken, muss die Legeleistung der Hennen zu absoluter Hochleistung gezüchtet werden.

Die nicht hochgezüchteten Hennen würden unter natürlichen Bedingungen nur zweimal im Jahr circa 12 Eier legen und auch ausbrüten. Damit könnte der jetzige Pro-Kopf-Verbrauch an Eiern bei weitem nicht gedeckt werden. Daher werden der Henne die Eier aus dem Nest genommen, damit sie neue Eier legt. Zudem werden die Hennen getäuscht, indem ihnen mit Tageslicht- und Wärmelampen vorgegaukelt wird es sei Frühling (Legezeit). Durch diese Tricks bringt man die Hochleistungshennen dazu, circa 300 Eier im Jahr zu legen. Das bedeutet eine enorm hohe Belastung für diese (Vegane Gesellschaft Schweiz o.J.).

Hähne legen keine Eier. Daher ist es unwirtschaftlich, solche, die nicht speziell zur Fleischerzeugung gezüchtet wurden, aufzuziehen. Und was passiert dann wohl mit diesen Hähnen? Diese werden ganz einfach kurz nach dem Schlüpfen vergast oder geschreddert. Laut des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) betrifft dies in Deutschland etwa 48 Millionen Hühnerküken Jährlich (BMEL 2017).

 

Vegan für den Tierschutz: Unser Fazit

Dieser Artikel gibt euch einen kleinen Einblick, welche Auswirkungen der Konsum von tierischen Produkten auf das Wohl der Tiere hat. Die Tiere werden auf ihren ökonomischen Wert reduziert, um für uns Konsumenten möglichst preisgünstige Produkte zu produzieren. Wem das Wohl der Tiere wirklich am Herzen liegt, muss zwangsläufig anfangen, seinen Konsum zu Überdenken. Schreit es daher gemeinsam mit uns heraus: Vegan für den Tierschutz!

Zitierte Quellen

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