Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt

Wer vegan lebt, tut erstens sich selbst und zweitens der Tierwelt etwas gutes, das ist den meisten, aufgeklärten Menschen bewusst. Drittens ergeben sich aber auch zahlreiche Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt, wie unter anderem dieser schöne Artikel von PETA zeigt. Diesen wollen wir im Folgenden für euch zusammenfassen, gespickt mit ein paar weiteren, von uns recherchierten Studien.

 

Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt

Besagte Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt lassen sich im wesentlichen in acht verschiedene Kategorien unterteilen. Diese beinhalten die Vorteile für das Klima, die Fläschennutzung, die Artenvielfalt, den Ressourcenverbrauch, den Wasserverbrauch, die Sauberkeit des Wassers, die Böden sowie die Luft. Dem entsprechend wollen wir im Folgenden vertieft auf diese einzelnen Punkte eingehen.

 

Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt: Klima

2012 untersuchten Forscher der Universität Oxford die Auswirkungen verschiedener Ernährungsarten auf das weltweite Klima (Meier/Christen 2013). Das Team verglich dabei vier verschiedene Ernährungsformen: Eine, bei der sich die Weltbevölkerung wie bisher ernährt, eine, welche sich an gewissen Gesundheitsrichtlinien orientiert, eine vegetarische Ernährung und eine vegane Ernährung. Die Ergebnisse dieser Studie können sehr einfach dargestellt werden:

Zum Einen wurden erneut die gesundheitlichen Vorteile veganer Ernährung durch das Wegfallen des Fleisch- und Milchkonsums und eine vermehrte Aufnahme von Obst und Gemüse bestätigt. Und zum Anderen würde eine Umstellung auf eine vegane Ernährung den Ausstoß von Treibhausgasen und anderen, klimaschädlichen Stoffen drastisch reduzieren.

Aber was haben Treibhausgase mit einer veganen Ernährung zu tun? Je nach Studie werden bis zu 51% der weltweiten Treibhausgas-Emissionen auf die Massentierhaltung zurückgeführt. Nicht auf Autos, nicht auf Kohlekraftwerke, sondern auf die industrielle Massentierhaltung ! Hierzu zählen z.B. jene Emissionen, die während des Verdauungsprozess bei den Tiere selbst entstehen (zum Beispiel Methan bei Kühen und anderen Wiederkäuern). Zu berücksichtigen sind aber auch alle Emissionen, die indirekt, während des Produktionsprozesses oder durch die Abholzung von Wäldern für Weideflächen und den Anbau von Futterpflanzen, entstehen (Siehe zum Beispiel Fritsche/Eberle 2008; Goodland/Anhang 2009; Steinfeld et al 2006).

Die Konsequenz hiervon ist klar: Mehr Veganer resultieren in einer geringeren Nachfrage nach tierischen Produkten. Hieraus ergibt sich ein Rückgang der Massentierhaltung. Und ein Rückgang der Massentierhaltung hat eine Verringerung an Treibhausgas-Emissionen zur Folge, was sich direkt positiv auf das weltweite Klima auswirken wird.

 

Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt: Flächennutzung

Mit einem zunehmenden, weltweiten Bevölkerungswachstum wird der Platz auf unserem Planeten langsam zur Mangelware. Und dabei ist nicht nur die Rede vom Wohnraum für alle Menschen, sondern vor allem von der benötigten Fläche, um für alle diese vielen Menschen Nahrung zu erzeugen.

Das Ziel sollte es daher sein, die für die Nahrungsmittelproduktion nutzbare Fläche möglichst effizient zu nutzen, was faktisch nicht geschieht. Denn diese wird überwiegend für die flächenintensive Fleischproduktion genutzt. Die knappe Ressource „Land“ wird gleich doppelt belastet, da die Tiere nicht nur selbst Platz benötigen, sondern für diese ebenfalls Nahrung angebaut werden muss (welche Ausmaße diese Ineffizienz annimmt, seht ihr im Abschnitt zu den Ressourcen). Und wo kommt das ganze Land für Weideflächen und die Futtermittelproduktion wohl her? Es ist das Land, das durch die Abholzung der Regenwälder „frei“ wird.

In Südamerika beispielsweise wurden in knapp 40 Jahren 40% des Regenwalds für Weideflächen und Futtermittel abgeholzt.  Das Amazonasgebiet, die wahrscheinlich artenreichste Region dieser Erde, trifft es dabei besonders hart. Hinzu kommt, dass zur Erzeugung von Futtermittel etwa die Hälfte aller Ernten weltweit genutzt werden. Zuletzt „verbraucht“ die Tierhaltung und die Erzeugung von Futtermitteln weltweit etwa 70% aller landwirtschaftlich genutzten Flächen (Steinfeld et al 2006).

 

Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt: Ressourcen

Jetzt könnte man aber natürlich zurecht anmerken, dass Fleisch eine höhere Kaloriendichte hat als viele Pflanzen. Somit wird zwar mehr Fläche verbraucht , dadurch aber auch mehr Kalorien erzeugt, richtig? Falsch! Denn die Erzeugung von tierischen Kalorien ist um ein vielfaches ineffizienter als die Erzeugung pflanzlicher Kalorien. Ein kleines Rechenbeispiel hierzu: um 1kg Rindfleisch (etwa 2500kcal) zu produzieren, werden etwa 16kg Getreide (etwa für Weizen 54240kcal!) verbraucht (WWI 2004). Statt genug Kalorien zu erzeugen, um etwa 20 Menschen satt zu bekommen, entscheiden wir uns dafür, nur eine Person zu ernähren. Wer die Logik hiervon erkennen kann, soll sie mir doch bitte in die Kommentare erklären.

Hinzu kommt dann noch, dass eine pflanzliche Kalorie sehr viel weniger Anbaufläche benötigt, als eine tierische Kalorie. Wir reden hier also gleich von einer doppelten Ineffizienz!

 

Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt: Artenvielfalt

Zusätzlich hat das Roden der Wälder, um Platz für Tierfutter-Monokulturen zu schaffen, auch noch einen weiteren, gravierenden Nachteil. Denn es ist vor allem das Abholzen der Regenwälder, was das Artensterben in den dortigen Weltregionen befördert. Wir haben bereits beschrieben, wie die Regenwälder vernichtet werden, um Platz für Weideflächen und den Futtermittelanbau zu schaffen. Und natürlich können die Pflanzen und Tiere, die zuvor dort gelebt haben, nicht einfach irgendwo hin auswandern. Naja, wenn sie das Roden überleben, können sie es versuchen, aber ob dies gelingt? Und die neu geschaffenen Monokulturen und Weideflächen bieten sicherlich keinen Lebensraum für Affen, Paradiesvögel, Großkatzen und co.

Die Konsequenz hiervon ist ein Zeitalter des Artensterben, welches von Wissenschaftlern als das 6. große Massensterben der Erdgeschichte beschrieben wird. Wisst ihr, was ein anderes dieser Massensterben war? Jenes vor etwa 66 Millionen Jahren, als wahrscheinlich ein Meteorit die Dinosaurier ausgelöscht hat. Nur, dass wir Menschen dieses Mal die Naturgewalt sind (WWI 2004).

 

Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt: Wasserverschwendung

Ein weiterer, gravierender Nachteil des Fleischkonsums betrifft ein Problem, welches wir Menschen in Deutschland oft nicht auf dem Schirm haben. Dabei geht es ganz Konkret darum, dass die Fleischproduktion extrem hohe Wassermenge benötigt.

Problematisch ist dies vor allem deshalb, da Fleisch, aber vor allem Futtermittel in Weltregionen produziert werden, welche sowieso unter Wasserknappheit leiden.

Aber woher kommt dieser hohe Wasserverbrauch überhaupt? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir lediglich die Produktionskette betrachten. Denn die Industrie benötigt erstens Wasser, damit die Futtermittel wachsen können. Dann benötigt sie zweites noch Trinkwasser für die Tiere selbst. Drittens wird Wasser verwendet, um die Ställe zu säubern, welches dann auch noch oft ungeklärt zurück in das Grundwasser gelangt.

So werden im Schnitt alles in allem bis zu 15500L Wasser benötigt, um 1kg Fleisch zu produzieren! Zum Vergleich: Diese Menge an Wasser reicht schon aus, damit ein Mensch ein Jahr lang täglich duschen kann (WWF Deutschland 2009).

 

Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt: Wasserverschmutzung

Bleiben wir beim Thema Wasser. Denn die Fleischproduktion verschwendet nicht nur große Mengen Wasser, sie verschmutzt dieses auch in erheblichem Maße.

Die Futtermittelindustrie verwendet häufig große Mengen an Pestiziden und Herbiziden, welche in das Grundwasser gelangen. Die Tieren nehmen durch ihre Nahrung verschiedene Medikamente wie Antibiotika zu sich, welche durch deren Ausscheidungen ebenfalls ins Grundwasser gelangen. Und das oft ungeklärt und ungefiltert.

Das Grundwasser im Umfeld von Mastbetrieben ist hierdurch in der Regel durch hohe Mengen an Nitraten und Phosphaten belastet. Auch bei uns in Deutschland (WWF Deutschland 2009)!

 

Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt: Schäden für Böden

Aber es ist nicht nur das Wasser, welches unter der Fleisch- und Futtermittelindustrie leidet. Denn Überweidung und Monokulturen führen zu Überbeanspruchung der Böden. Verringerte Fruchtbarkeit, Bodenverdichtung und Erosion sind die Folge.

Mit der steigenden Nachfrage nach Fleisch benötigt die Fleischindustrie immer mehr Fläche für die Produktion. Gleichzeitig verringert die Fleischproduktion die Fruchtbarkeit der Böden, wodurch immer weniger Landfläche für die Landwirtschaft nutzbar ist. Dies kann theoretisch soweit führen, dass unsere Böden irgendwann überhaupt nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar sind. Dieser Teufelskreis ist lediglich durch eine drastische Verringerung des Fleischkonsums zu stoppen (Beste/Häusling 2015).

 

Vorteile veganer Ernährung für die Umwelt: Luftverschmutzung

Neben dem Klima, dem Wasser und den Böden leidet zuletzt ein weiterer, für uns Menschen lebenswichtiger Faktor unter der Fleischproduktion: Die Luft, die wir atmen. Etwa 60% der gesamten Emission des Umweltgiftes Ammoniak beispielsweise stammen direkt aus der Tierwirtschaft. Dies ist daher problematisch, da Ammoniak die Lunge schädigt, zur Feinstaubbildung beiträgt, sauren Regen befördert und zum Klimawandel beiträgt.

 

Die Konsequenz all dieser Punkte ist eigentlich klar. Wem die Umwelt am Herzen liegt, der muss zwangsläufig über eine drastische Reduktion des Fleischkonsums bis hin zu einer veganen Ernährung nachdenken. Wie wichtig ist dir dieser Planet?

 

Verwendete Quellen

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