Vorteile veganer Ernährung

Von Fitnesstrainern und vielen Sportlern hört man oft, dass eine vegane Ernährung und Muskelaufbau zwei Dinge sind, die sich nicht wirklich miteinander kombinieren lassen. Dabei gibt es viele Vorteile veganer Ernährung! Trotzdem müssen wir Veganer uns anhören, dass wir zu wenig Protein bekommen , wir an Mangelerscheinungen leiden , wir einen ungesunden Lebensstil führen und ganz allgemein, dass Vegan doch viel zu extrem ist. Aber was steckt wirklich hinter solchen Aussagen? Ist es tatsächlich so, dass Veganer praktisch keine Chance auf echten Muskelaufbau haben? Oder leiten hier vielleicht doch Fehlinformationen und veraltetes Wissen die Meinung der breiten Masse? In diesem Artikel wollen wir zu diesen Fragen ein paar (wissenschaftlich fundierte) Fakten schaffen.

 

Vorteile veganer Ernährung

Die Entscheidung für eine vegane Ernährung ist wohl für jeden Menschen etwas sehr individuelles. Unterhält man sich jedoch mit genügend Veganern, so sind es immer wieder drei Hauptargumente, die einem begegnen. Diese beziehen sich auf die Gesundheit, den Umweltschutz und den Tierschutz oder besser, die Ethik hinter einer veganen Ernährung.

Da jedoch der Irrglaube, dass eine vegane Ernährung und Muskelaufbau nicht miteinander vereinbar sind, immer noch in vielen Köpfen vorherrscht, werden diese Argumente aus Angst, keine Muskelmasse aufbauen zu können, abgetan. Die Vorteile veganer Ernährung werden also schlicht ausgeblendet. Dabei sind diese nicht zu unterschätzen!

Vorteile veganer Ernährung für die eigene Gesundheit:

Eine vegane Ernährung bedeutet, auf tierische Produkte zu verzichten. Hierzu gehören Fleisch, Fisch (persönlich sehe ich hier keinen Unterschied), Eier, Milchprodukte, Honig usw. Die meisten dieser Lebensmittel werden zu den Grundnahrungsmitteln gezählt. Und entsprechend liegen die meisten davon fast täglich bei einem durchschnittlichen Deutschen auf dem Teller. Was viele jedoch nicht wissen ist, wie ungesund manche dieser Lebensmittel sind.

Betrachten wir beispielsweise die gute alte Kuhmilch. Diese beinhaltet sehr viel Kalzium, was gut für die Knochen ist und vor Osteoporose schützt. So wird uns zumindest gesagt. Nun ist es zwar richtig, dass Milch hohe Dosen an Kalzium enthält. Jedoch übersäuert Milch den Körper, was sogar dazu führt, dass den Knochen Kalzium entzogen wird und die Gefahr, an Osteoporose zu erkranken steigt! So zumindest eine Langzeitstudie der Harvard School of Public Health über 12 Jahre an über 75.000 Frauen.

Auch ist dies bei weitem nicht die einzige Studie, die hierauf hindeutet (Siehe z.B. Owusu et al. 1997; Feskanich et al. 1997; Bischoff-Ferrari et al. 2007). Viele Studien kommen zudem zu dem Schluss, dass Milch viele kardiovaskuläre Krankheiten, Diabetes und sogar Krebs verursacht. Wollen wir so ein Produkt wirklich regelmäßig zu uns nehmen?

Eine detaillierte Beschreibung der gesundheitlichen Nachteile des Milchkonsums findet ihr in unserem Artikel: Veganer Ernährung für die Gesundheit. Dort greifen wir ebenfalls die Nachteile von Fleich- und Fischkonsum auf. Natürlich alles auf wissenschaftlicher Basis.

 

Vorteile veganer Ernährung für den Umweltschutz:

2012 untersuchten Forscher der Universität Oxford die Auswirkungen verschiedener Ernährungsarten auf das weltweite Klima (Meier/Christen 2013). Dabei wurden vier verschiedene Ernährungsformen verglichen: Eine, bei der sich die Weltbevölkerung wie bisher ernährt, eine, welche sich an gewissen Gesundheitsrichtlinien orientiert, eine vegetarische Ernährung und eine vegane Ernährung.

Und zu welchem Schluss kommt wohl besagte Studie? Nicht nur, dass erneut die gesundheitlichen Vorteile veganer Ernährung durch das Wegfallen des Fleisch- und Milchkonsums und eine vermehrte Aufnahme von Obst und Gemüse herausgestellt wird, Nein. Auch würde eine Umstellung auf eine vegane Ernährung den Ausstoß von Treibhausgasen und anderen, klimaschädlichen Stoffen drastisch reduzieren.

Aber was haben Treibhausgase mit einer veganen Ernährung zu tun? Ganz einfach, je nach Studie werden bis zu 51% der weltweiten Treibhausgas-Emissionen auf die Massentierhaltung zurückgeführt. Keine Autos. Keine bösen Kohlekraftwerke. Die industrielle Massentierhaltung! Hierzu zählen z.B. jene Emissionen, die während des Verdauungsprozess bei den Tiere selbst entstehen (z.B. Methan bei Kühen). Aber auch alle Emissionen, die indirekt während des Produktionsprozesses entstehen müssen hier berücksichtigt werden (Siehe z.B. Fritsche/Eberle 2008; Goodland/Anhang 2009; Steinfeld et al. 2006).

Die Konsequenz hiervon ist klar: Mehr Veganer resultieren in einer geringeren Nachfrage nach tierischen Produkten. Eine geringere Nachfrage führt zu einem Schrumpfen der Massentierhaltung. Und weniger Massentierhaltung führt zu weniger Treibhausgasen.

Und eine Reduktion von Treibhausgasen ist nicht der einzige positive Einfluss, der aus einer veganen Ernährung resultiert. In unserem Artikel: Veganer Ernährung für die Umwelt könnt ihr euch über weitere, positive Auswirkungen informieren.

 

Vorteile veganer Ernährung für den Tierschutz:

Es ist fast überflüssig zu erwähnen, welche Vorteile veganer Ernährung sich für den Tierschutz ergeben. Trotzdem möchte ich auch dieses Thema anschneiden, eine detailliertere Übersicht findet ihr in unserem Artikel: Vegane Ernährung für den Tierschutz.

Die Gräueltaten, welche wir an Tieren begehen, um ein billiges Stück Fleisch zu bekommen oder ein Glas Milch trinken zu können sind unbeschreiblich. Zum Glück gibt es Organisationen wie PETA die es sich zur Aufgabe gemacht haben, diese Umstände zu bekämpfen.

Nehmen wir als Beispiel wieder die Kuhmilch. Worüber ich mir früher nie Gedanken gemacht habe: damit eine Kuh Milch geben kann, muss sie ständig zwangsgeschwängert werden (den nur frische Mütter geben Milch). Ihr Kalb wird ihr direkt nach der Geburt entrissen, damit bloß nichts von der kostbaren Milch „verschwendet“ wird und das automatische Melken direkt nach der Geburt beginnen kann. Und was passiert wohl mit den ganzen Kälbern, die auf diese Art massenhaft „produziert“ werden? Sie werden nach einem kurzen, grausamen Leben geschlachtet, damit wir unser schönes Kalbsfilet essen können.

Ein weiteres Beispiel: Eier. Diese werden nur von weiblichen Hühnern gelegt. Weil es wirtschaftlich nicht rentabel ist, männliche Hühner aufzuziehen, da diese eben keine Eier legen, werden die männlichen Küken direkt nach dem Schlüpfen im besten Fall vergast, im Normalfall aber einfach lebendig zerhäckselt.

Die beschriebenen Beispiele sind Alltag in der Massentierhaltung. Und dann sind hier auch nur die Aufzuchtbedingungen beschrieben. Welcher Folter und Grausamkeit die Tiere in den Schlachthöfen ausgesetzt werden, könnt ihr in dem oben erwähnten Artikel lesen.

 

Vorteile veganer Ernährung für den Muskelaufbau

Ständig muss man sich als Veganer das Märchen anhören, dass wir nicht oder wesentlich schlechter Muskeln aufbauen können als Fleischfresser. Wie falsch diese Annahme ist, zeigt neben vielen anderen Top-Athleten beeindruckend das Beispiel Patrik Baboumian. Baboumian trägt als Veganer mehrfach den Titel Strongman Deutschland, holte 2011 den Titel „Stärkster Mann Deutschlands“, wurde 2012 Europameister im Powerlifting usw.

Aber woher kommt dann der Glaube, dass wir Veganer keine Muskeln aufbauen können? Daran sind meiner Meinung nach zwei Faktoren schuld: Zum einen glauben viele, dass man als Veganer nur noch Salat isst, also keine Kalorien zu sich nimmt. Und zum anderen glauben viele, dass pflanzliche Nahrung keine Proteine enthält.

Das Märchen des Grünzeugfressers

Natürlich ernähren sich viele Veganer, die auf eine gesunde Ernährung achten, sehr viel von Gemüse. Und Gemüse hat in der Regel keine sehr hohe Kaloriendichte, das stimmt schon. Was dabei aber gerne ausgeblendet wird ist der Fakt, dass die Lebensmittel mit der höchsten Kaloriendichte ebenfalls pflanzlich sind! Hierzu gehören z.B. Nüsse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, viele Getreideprodukte usw.

Ich kann als Veganer also tatsächlich ein Problem damit bekommen, auf meine Kalorien zu kommen, wenn ich mich überwiegend von Gemüse ernähre. Aber jetzt stell dir mal folgendes vor: Zum Frühstück gibt es eine große Portion Hafer-Vollkornflocken mit Nüssen, Sojaflocken und Mandel-, Hafer- oder Sojamilch. Dazu zwei scheiben Vollkornbrot mit Humus oder Erdnussmus. Und dazu dann noch ein leckers Glas naturtrüben Apfelsaft. Mittags braten wir uns dann etwas Tofu in süß-saurer Soße an und essen dazu Reis. Und für Abends können wir uns dann einen Linsensalat mit Kürbis- und Sonnenblumenkernen, Kichererbsen, etwas Bulgur und einem Dressing aus Zitronensaft, Petersilie, Minze und Leinöl gönnen. Glaubst du wirklich, dass wir mit solchen Mahlzeiten nicht auf unsere Kalorien kommen?

Und woher kommt dann das Protein?

In jeder der Mahlzeiten, die ich oben aufgezählt habe, sind ziemlich viele Proteine enthalten! Wenn wir mal Gemüse außen vorlassen und uns auf Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte konzentrieren, dann finden wir einige Lebensmittel, die regelrecht vor Protein platzen!

Couscous und Bulgur z.B. schlagen mit 11g/100g Protein zu, bei Haferflocken sind es sogar 13g. Und das Pseudogetreide Amaranth liegt mit fast 15g sogar noch darüber. Aber das war es noch lange nicht. Schwarze Bohnen haben einen Proteingehalt von knapp 22g/100g, rote Linsen sogar 25,5g! Zum Vergleich: 100g Schweinefleisch enthalten etwa 22g Protein und liegen damit mit Mandeln und Pistazien gleich auf, während es die Erdnuss sogar auf Stolze 26g schafft! Und wer jetzt denkt, die Fahnenstange wäre schon erreicht, der hat die ganzen Sojaprodukte wie Tofu und Tempeh vergessen. Undgeschlagener Spitzenreiter ist jedoch Seitan mit sage und schreibe 75g/100g!

 

Wir sehen also, die gängigen Argumente, warum Veganer angeblich keine Muskeln aufbauen können sind absoluter Blödsinn! Mehr Infos zu diesem Thema gibt es übrigens in unserem Artikel: Vegane Ernährung und Muskelaufbau.

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Verwendete Quellen

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